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Nachhaltiger Kakao - von Konsumenten eingefordert, von Unternehmen sozial verantwortlich umgesetzt, für die Bauern überlebenswichtig

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Dr. Krain, GIZ im Gespräch mit Herrn Leiße von Kraft Foods. Foto: Jan Rathke

"Bauern sind die ersten Unternehmer, sie produzieren nur, was sich auch am Markt verkauft", war das Fazit des Leiters der GIZ Bremen, Martin Foth, nach dem Bremer Kakao-Fachgespräch am 03.12.2012, das im Rahmen der Preisträgerschaft Bremens als Hauptstadt des Fairen Handels im Festsaal der Bürgerschaft stattfand und maßgeblich vom Landesbüro Bremen der GIZ initiiert und umgesetzt wurde. Um die 100 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft folgten den Ausführungen der Referenten. Diese schlugen einen Bogen von der sozialen Verantwortung Bremer Kaufleute, auf die Otto Lamotte, Präses der Handelskammer Bremen, einging, bis hin zu der Notwendigkeit des Weltmarktführers Kraft Foods, sich auch in Zukunft den Rohstoff Kakao zu sichern.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung Kraft Foods Deutschland, Jürgen Leiße, machte deutlich, dass ohne erhebliche Investitionen in den Produktionsländern in Infrastruktur, Schulbildung, effizientere Produktionstechniken sowie Unterstützung von Entwicklungsprojekten in den Dörfern immer weniger Kakao zugunsten anderer Produkte wie Palmöl oder Maniok angebaut wird, da diese mehr Einnahmen versprechen. Darüber hinaus wandern immer mehr junge Menschen auf der Suche nach besseren Einkommensquellen in die Städte ab und die Bauern finden für ihre Plantagen keine Nachfolger. Mit ihrer neuen Initiative Cocoa Life will Kraft Foods sich dieser Herausforderung stellen und investiert 400 Millionen US-Dollar in den Anbauländern.

Der Geschäftsführer des mittelständischen Bremer Unternehmens Hachez, Hasso Nauck, zeigte einen anderen Weg auf, um soziale Verantwortung eines Unternehmens mit einem hochwertigen und hochpreisigen Produkt sowie Regenwaldschutz und dem Schutz der indigenen Bevölkerung zu verbinden und Käufer zu binden: dem Projekt Wild Cocoa, bei dem wilder Kakao aus den Regenwäldern Amazoniens gepfückt, zu höheren als den Weltmarktpreisen von Hachez eingekauft und beim Verkauf an den Konsumenten eine feste Summe an Regenwaldprojekte zurück gespendet wird.

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Festsaal der Bremischen Bürgerschaft. Foto: Jan Rathke

Friedel Hütz-Adams, vom Südwind-Institut verwies darauf, wie wichtig ein gemeinsames Agieren aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette, von Vermahlern, Produzenten und dem Einzelhandel ist, um die Konsumenten durch einen undurchschaubaren Dschungel an Versprechen und Fair Trade Siegeln nicht zu verunsichern und um Glaubwürdigkeit in nachhaltige Unternehmensstrategien aufzubauen und letztendlich die Einkommenssituation der Kleinbauern und ihrer Familien im Süden nachhaltig zu verbessern.

Dr. Krain von der GIZ erläuterte in diesem Zusammenhang die Ziele des bundesweiten Forums Nachhaltiger Kakao, das im Juni gegründet wurde und dessen Büro von der GIZ geleitet wird. Das Forum fängt jetzt an in einem Dialogprozess eine gemeinsame Strategie aller Akteure sowie der Zivilgesellschaft und der Regierungen der Produzentenländer zu verhandeln und den wichtigen Schokoladenmarkt Deutschland auch international mit einer gelungenen Nachhaltigkeitsstrategie und best practices im Kakaosektor zu positionieren.

Präses Lamotte lobte zum Schluss die Anstrengungen der präsentierenden Unternehmen soziale Verantwortung zu übernehmen und machte deutlich wie wichtig es ist, einen öffentlichen Rahmen zu schaffen, um diese Vorbilder hervorzuheben. Denn es reicht nicht, nur Gutes zu tun, man muss auch darüber reden.

Weitere Impressionen der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie weiter unten.